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Sehen und verstehen - Cyber Security - Zusammenfassung

Unter dem Titel „Sehen und Verstehen – Cyber Security“ fand am 30. Mai 2017 die dritte Ausgabe dieser jährlichen Technologieausstellung mit anschließender Podiumsdiskussion statt, die vom AIT Austrian Institute of Technology im Wissenschafts- und Technologiepark Tech Gate Vienna veranstaltet wurde.

An der hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion zum Thema „Österreichische Sicherheitstechnologien im Spannungsfeld heimischer Markt vs. globaler Markt“ nahm auch Joe Pichlmayr, CEO der IKARUS Security Software GmbH teil.

Ausgangssituation & Zusammenfassung:

„Digitalisierung“ ist einer der aktuellen Megatrends, der alle Branchen berührt. Der Begriff selbst taucht zwar nahezu überall in verschiedensten Medien immer und überall auf – doch aufgrund vieler unterschiedlicher Sichtweisen ist diese Entwicklung für die meisten Personen nur sehr schwer greifbar. Während vor einigen Dekaden noch für jedermann gut wahrnehmbar die ersten IT-Systeme Einzug in den Geschäftsalltag gehalten haben, beschreibt die Digitalisierung hier einen weiteren immensen Entwicklungssprung, welcher auch unsichtbar im Hintergrund stattfinden kann. Ein Zitat aus dem Wall Street Journal lautet „Software eats the world“, wie besonders Branchengrößen u.a. Google, Facebook, Uber oder auch AirBnB deutlich zeigen.
Dazu beigetragen haben die immensen Fortschritte und Weiterentwicklung von mobilen Endgeräten, wie Smartphones und Tablets, sowie zuverlässige und günstige Kommunikationstechnologien. Wir alle, aber auch unsere technischen Systeme, die durch Software gesteuert werden, sind nun online jederzeit miteinander vernetzt.
Der Veränderungsprozess findet dabei mit einer atemberaubenderen Geschwindigkeit statt. Nicht nur die Technologien entwickeln sich, sondern auch unsere Nutzungsgewohnheiten und damit auch die Gesellschaft in der wir leben. Daten sind zu einer neuen Ressource geworden und erlauben durch selbstlernende Auswertungsverfahren Weiterentwicklungen und Innovationen welche vor einiger Zeit noch als undenkbar galten.

Informationen stellen nun eine neue, wertvolle Währung dar. Digitale Daten können über Kommunikationsnetzwerke sofort weltweit ausgetauscht und zwischen verschiedenen Systemen verarbeitet werden. Herkömmliche Grenzen und Einschränkungen des lokalen Wettbewerbs, wie im Warenverkehr oder in der Dienstleistung, treffen hier vorerst nicht mehr zu. Aus bereits komplizierten Systemen sind hochkomplexe Systeme geworden, die kaum mehr von Menschen verstanden werden können. Die anfallenden Datenmengen übersteigen längst jede menschliche Vorstellungskraft. Eine sich selbst entwickelnde Dynamik des Fortschritts scheint auf den ersten Blick nur schwer beherrschbar zu sein und stellt bestehende Denkmuster in Frage – deutliche Zeichen einer anstehenden Veränderung.

All diese Herausforderung verursachen hier auch einen neuen globalen Wettbewerb, in dem sich der österreichische Wirtschaftsstandort behaupten muss. Bestehende Muster sind zu hinterfragen, Stärken und Schwächen neu zu identifizieren und zu bewerten. Wie jeder Entwicklung stehen den Chancen auch immer Risiken gegenüber, die es abzuwägen gilt.

Besonders in diesem Zusammenhang stellt sich natürlich die Frage, wie Österreichs Wirtschaft hier in diesem Kontext aufgestellt ist. Können sich die heimischen Unternehmen im internationalen High-Tech Sektor gegen die Konkurrenzfaktoren „Kostendruck aus Billiglohnländern“ und „globale Märkte“ erfolgreich positionieren?
Welche Zutaten und Strategien benötigt es um diese Änderungen für sich zu nutzen?

Ausgehend von dieser Fragestellung diskutierten verschiedene Vertreter Österreichischer Unternehmen aus Wirtschaft, Industrie und Forschung über Herausforderungen und Voraussetzungen, die für eine erfolgreiche Differenzierung der von Ihnen entwickelten Lösungen und Produkte ausschlaggebend sind.

Fragen an Joe Pichlmayr, CEO IKARUS Security Software GmbH:

Womit beschäftigt sich IKARUS Security Software? Wie (gut) tun Sie sich als Österreichisches Unternehmen am internationalen Markt?
Joe Pichlmayr:
„IKARUS beschäftigt sich seit mittlerweile über 30 Jahren mit der Entwicklung von AntiMalware und Content-Security Lösungen – die IKARUS CloudSecurity Lösungen sind seit dem Jahr 2000 erfolgreich auf dem Markt. Die IKARUS mail.security Lösungen scannen allein in Österreich bis zu 36 Mio E-Mails pro Tag und filtern Ransom-Kampagnen genauso effizient wie Spam, Phishing und andere E-Mail basierte Virenausbrüche – IKARUS bietet diese Lösung zudem als erster Hersteller weltweit gemeinsam mit einem Multi-Sandbox Service an – dh führende Sandboxhersteller via Fireeye und andere können wahlweise zugeschaltet werden. Am internationalen Markt kann IKARUS vor allem in den Nischenmärkten reüssieren – gleich ob bei sehr schlanken, schnellen und stabilen Scanner-Lösungen für die Industrie, im MobilSecurity-Umfeld mit eigenen MDM Security-Lösungen aber auch mit den Antiviren-Lösungen aus der Cloud, die speziell für vertikale Märkte attraktive Möglichkeiten mit sich bringen. Dabei ist neben Deutschland vor allem Japan der für IKARUS wachstumsstärke Markt geworden.“

Bekommen Sie für Ihr Unternehmen die passenden Arbeitskräfte? Wie sieht der Jobmarkt in Österreich dazu aus? Was läuft gut - was nicht?
Joe Pichlmayr:
„Jein – auf der einen Seite können wir mit der AustriaCyberSecurityChallenge und engen Kontakten zu Fachhochschulen und Unis, vor allem unserem Forschungscluster „TARGET“ an der FH St.Pölten auf viele talentierte junge Leute zugreifen – aber bei sehr guten Programmierern wird’s manchmal schon eng. Wir werden auch ein massives Nachwuchsproblem bekommen, wenn wir als Software-Hersteller nicht rasch selbst auf den Ausbildungssektor einwirken – also den Schulterschluss mit unseren HTLs und AHS mit Informatik Schwerpunkten, FH/Unis suchen und hier aktiv unterstützen – damit meine ich nicht nur die AustriaCyberSecurityChallenge als Spitzenbewerb, sondern einen durchgehenden Ausbildungsschwerpunkt. Für Security von der Oberstufe über die Hochschulstufe (neben den Basisprogrammen wie teach-for-austria, smart kids oder noch viel früher – Programme schaffen, die den hardware-transfer „smartphone“ von Eltern an Kinder auch mit Know How begleiten (das wäre ein erster Schritt). Eltern und Schulen können hier allein nur sehr, sehr langsam wirken, was in einem hochdynamischen Umfeld doppelt tragisch ist. Hier kommen wir ohne „nationalen“ Schulterschluss ohnehin nicht weiter, sonst läuft´s mit Sicherheit in Modelle wo einige wenige Know How-hotspots was bewegen und alle anderen „verdammt“ sind zuzusehen oder „nachzuziehen.“
Die Politik muss aus dem sprech-Blasen und heiße-Luft-Modus raus – der Etat für die digitale Roadmap Österreichs ist heiße 20 Mio schwer – lachhaft – ein Kilometer Autobahn kostet soviel wenn´s günstig wird – die A26 Linzer Autobahn kostet 137 Mio pro km – Autobahnen braucht´s auch und die sind wichtig – aber das zeigt einfach wie die Prioritäten zum Thema sind.“